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Ulrike Thurm bietet Telefonsprechstunden an

In diesen Tagen verbringen die meisten Menschen den größten Teil ihrer Zeit zu Hause, weil sie aus dem Homeoffice arbeiten oder in Quarantäne sind. Letzteres bedeutet, mehrere Wochen lang die Wohnung nicht verlassen zu dürfen. Menschen mit einem insulinbehandelten Diabetes stellt dies vor große Herausforderungen. Alle der circa 340.000 erwachsenen Patienten mit einem Typ-1-Diabetes in Deutschland und etwa 1,5 Millionen derjenigen mit einem Typ-2-Diabetes benötigen Insulin. Viele dieser Patienten mit einer intensivierten konventionellen Insulintherapie oder Insulinpumpentherapie verwenden auch ein System zum kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM): Schätzungsweise 400.000 Menschen hierzulande nutzen sogenannte iscCGM- und circa 50.000 Menschen rtCGM-Systeme.

Gemeinsam mit diabetesDE beantwortet solche Fragen die Sportwissenschaftlerin und Diabetesberaterin Ulrike Thurm am Telefon. Die erste telefonische Sprechstunde fand am vergangenen Mittwochnachmittag statt und wir wollten wissen, wie die Resonanz auf dieses tolle Angebot war und welche Fragen von den Patienten gestellt wurden:

„Die Resonanz war gut, innerhalb von 2 Stunden haben eine ganze Reihe von Patienten angerufen. diabetesDE will deshalb weitere Termin anbieten, ab der kommenden Woche findet täglich um 16:00 Uhr die Sprechstunde statt. Auch zahlreiche Spieler des FC Diabetologie, ausnahmslos Diabetologen, werden sich beteiligen. Der erste Eindruck, der bei uns entstanden ist, zeigt, dass die Menschen mit Diabetes nicht mehr Ängste haben als die Normalbevölkerung, es ging vielmehr um konkrete Fragen zum Umgang mit Diabetes-Technologie oder Insulin.

Viele Nutzer von CGM-Systemen und Insulinpumpen wissen nicht, wie sie ihre Daten zu Hause herunterladen und an ihre diabetologische Praxis senden können. Auch funktionieren die unterschiedlichen Software-Systeme bei jedem der verschiedenen CGM-Systeme und Pumpen anders. Für Verunsicherung sorgt auch, wie im Falle eines Infekts (die ja meistens nicht auf das Corona-Virus zurückzuführen sind) die Therapie anzupassen ist und welche Alternativen es zur derzeit nur eingeschränkt möglichen Bewegung im Alltag gibt. Was muss ich zu Hause haben und wieviel? Was muss ich bei der Fixierung von CGM-Sensoren und Pflastern beachten, wenn ich Fieber habe und vermehrt schwitze? Sind Lieferengpässe bei Insulin oder bei Pumpenmaterial zu erwarten und soll ich mich entsprechend bevorraten?

Wir haben deshalb Packlisten für Menschen mit Diabetes in Quarantäne oder zur Therapieanpassung in Extremsituationen oder bei einer Infektion erstellt, die über die Webseite von diabetesDE abrufbar sind. Klicken Sie hier 

Einen ganz wichtigen Hinweis möchte ich noch geben: Die Krankenhäuser sind nicht mit allen verfügbaren Insulinen ausgestattet, auch Pumpenkatheter oder Sensoren für CGM-Systeme stehen dort vielfach nicht bereit. Deshalb empfehle ich allen, eine Notfall-Tasche zu packen, genauso wie es die Schwangeren als Geburtsvorbereitung machen. Wenn dann ein Notfall auftritt, reicht der Griff zur Tasche und man hat alles beisammen.“

Die nächste Telefon-Sprechstunde findet am 31. März 20 um 16:00 Uhr statt. Ulrike wird dann wieder für zwei Stunden alle Sorgen der Menschen mit Diabetes besprechen und die Fragen so gut wie möglich beantworten. Hier ist nochmal der Link, wo Diabetesteams und Patienten weitere Informationen finden können.

Eine ganz tolle Initiative, für die wir Ulrike sehr herzlich und im Namen aller Ärzte, Beraterinnen und Patienten danken möchten.

Unser Fazit: Liebe Leseinnen und Leser, bitte geben Sie diese Information an Ihre Patienten weiter.

DiaTec weekyl – Mrz 27, 20