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Diesmal in Barcelona und es gilt zu bezweifeln, ob der EASD und die Diabetes-Technologie noch Freunde werden. Auch in diesem Jahr gab es nur wenige Sessions zu diesem Thema: In zwei Symposien wurden Studien-Ergebnisse vorgestellt und zwei Fortbildungsseminare, die dann auch recht gut besucht waren. Die Eingabe des Stichwortes „CGM“ in die Computer, in denen man nach entsprechenden Präsentationen und Postern suchen konnte, ergab 5 Hits, bei „SMBG“ bekam man 0. Es wurden auch nur ca. 20 Poster gezeigt, die sich unmittelbar dem Thema Diabetes-Technologie zuordnen lassen. Dagegen gab es bei den Stichworten „SGLT-2“ 58 und bei „GLP“ 52 Hits.

In einem der angesprochenen Fortbildungssymposien ging es um Diabetes-Apps. Da diese Apps vielen Patienten im Alltag bei der Diabetestherapie eine signifikante Hilfe bieten, werden sie weithin verwendet. Es gibt allerdings eine praktisch nicht überschaubare Anzahl von Apps zu ganz verschiedenen Einsatzgebieten. Die nun anstehende Publikation von mehr grundsätzlichen Gedanken zur Bewertung, Einschätzung und dem Umgang mit Apps primär aus Sicherheitsgesichtspunkten, wurde in zwei Präsentationen dargelegt. Der Praktiker hätte am liebsten eine Liste mit eindeutigen Aussagen dazu, welches Apps gut sind und welche nicht. In einem fast heroisch zu nennendem Ansatz bewertet in Deutschland ja die Projektgruppe DiaDigital seit nun einigen Jahren relevante Apps. Entsprechende Informationen sind auf der Homepage zu finden (www.diadigital.de).

Auf der Industrieausstellung gab es allerdings eine ganze Reihe von Ausstellern zu Technikprodukten. Von einigen chinesischen Anbietern von CGM-Systemen hatte man bisher noch nicht viel gehört, trotzdem werden diese vermutlich in absehbarer Zeit auch in Europa auf den Markt kommen. Der Stand von Medtrum, die bereits ein rtCGM-System und eine Pumpe mit CE-Markierung auf dem deutschen Markt haben, erfreute sich jedenfalls eines großen Interesses von Kongressteilnehmern. Dass der Zug der Zeit deutlich in Richtung CGM geht bestätigt auch die anstehende Markteinführung eines rtCGM-Systems durch Menarini Diagnostics. Diese italienische Firma hatte schon vor einigen Jahren ein CGM-System auf dem deutschen Markt, welches auf einer Glukosemessung mit einem Mikrodialyse-System basierte. Das neue rtCGM-System mit dem Namen Glucomen Day wurde von Wavesense entwickelt und basiert auf einer gut 10 Jahre alten Technologie aus den USA.

Unser Fazit: Die Pharmalastigkeit des EASD führt vermutlich dazu, dass dort weder von Forschern noch von Firmen Abstracts zum Thema Diabetes-Technologie eingereicht werden. Diese gehen direkt zum ATTD, der im nächsten Jahr vermutlich die Grenze von viertausend Teilnehmern knacken wird.

DiaTec weekly – Sep 20, 19