Gesundheits-Apps werden immer beliebter bei den Patienten. Sie analysieren Krankheits-Symptome, übernehmen Tagebuchfunktionen, organisieren die Glukoseverläufe oder helfen bei der BE-Einschätzung, um beim Thema Diabetes zu bleiben. Leider geraten sie immer wieder in Verruf, weil den Betreibern vorgeworfen wird, die Daten ungefragt und unerlaubt auf amerikanische Server zu lenken, so aktuell bei der sehr beliebten App Ada-Health. Wir wollten wissen, wie diese Vorwürfe, die bereits auch andere Apps getroffen haben, zustande kommen und haben nachgefragt.

Fast alle Betreiber von Apps nutzen Analysetools, um generelles Nutzerverhalten zu evaluieren, z.B. wie oft werden bestimmte Bereiche der App abgerufen oder wie häufig und zu welchen Zeitpunkten wird die App generell genutzt. Dabei werden sehr wohl Datenströme auf amerikanische Server gelenkt, allerdings keinerlei personifizierte Daten, keine Namen oder Geburtsdaten und erst recht keine Adressen.

Warum aber wird dazu amerikanische Software benutzt und warum müssen die Daten überhaupt auf amerikanische Server gelenkt werden? Weil diese Analysetools nach Aussage von Experten einfach gut sind und weil die Rechenleistungen ausgelagert werden, um mehr Kapazitäten für den User-Service zu haben.

Es gibt eben kein Silicon Valley in Deutschland oder Europa. Der zeitliche Vorsprung der Amerikaner, die bereits in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts angefangen haben, solche Tools zu programmieren, ist inzwischen wohl auch kaum noch einzuholen. Online-Dienste wie Google, Facebook und Amazon haben jahrelang systematisch an ihren Produkten gearbeitet und hatten dazu unbegrenzte Mittel und hochbegabte Mitarbeiter zur Verfügung. Diese Firmen nutzen jedoch die Bequemlichkeit der Menschen aus, den bei der Anmeldung zu einer App kann der Nutzer seine Daten eingeben, er kann sich aber auch ganz einfach über Facebook oder Google anmelden, um sich das Procedere zu sparen. Wenn man das macht, wird offenbar automatisch eine Information an den entsprechenden Online-Dienst geschickt – und zwar noch bevor die Einverständniserklärung abgegeben werden kann – und diese Platformen interessieren sich erst einmal für alles, was seine Nutzer betrifft.

Unser Fazit: Vielleicht rächt es sich, dass wir in Deutschland allzu skeptisch im Umgang mit Daten sind – einerseits. Andererseits nutzen wir fast alle und ständig unsere Smartphones und lassen uns damit in manchen Applikationen in unserem Nutzerverhalten monitoren. Datenschutz ist wichtig, darf aber nicht als Verhinderungsgrund für alles genutzt werden. Wer liest sich schon die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch? Analysen zufolge klicken größtenteils der Internet-Anwender auf den OK-Button, ohne gelesen zu haben. Noch Fragen?

DiaTec weekly – Okt 25, 19

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